Geboren in Zittau, lebe und arbeite ich heute in Pforzheim. Seit über zwanzig Jahren fotografiere ich, seit 2006 mit einer Leica M. Was mit meiner Leidenschaft für Dokumentation, Naturfotografie und Street-Art begann, hat sich 2022 um die Hochzeitsfotografie erweitert.
Eine Kamera habe ich fast immer dabei. Als Freunde mich fragten, ob ich ihre Hochzeit fotografieren würde, entstand daraus mein Einstieg in die Hochzeitsfotografie. Es war keine lange geplante Geschäftsidee, sondern eine Einladung, einen wichtigen Tag für Menschen festzuhalten, die mir vertrauten. Dabei habe ich gemerkt, wie sehr mir diese Form der Fotografie liegt.
Denn eine Hochzeit bringt vieles zusammen, was ich an Fotografie liebe: Menschen und ihre Beziehungen, stille Beobachtung und schnelle Situationen, Details und Makroaufnahmen, Architektur und Räume, natürliches Licht und bewusst gesetztes Licht. Jeder Hochzeitstag ist anders. Und jedes Paar hat seine eigene Geschichte, seine eigene Dynamik und seine eigene Art, Nähe zu zeigen. Genau das macht diese Arbeit für mich so spannend. Ich mag Menschen wirklich – besonders in den offenen, berührenden und manchmal auch chaotischen Momenten eines Hochzeitstags.
Mein Blick ist durch unterschiedliche Erfahrungen geprägt: durch mein Studium der Sozialen Arbeit, viele Jahre im Theaterjugendclub und meine Zeit als Street Artist. Aus der Sozialen Arbeit nehme ich ein Gespür für Menschen, Stimmungen und leise Zwischentöne mit. Die Street-Art hat meinen Blick für Farben, Formen und Linien geschärft. Und das Theater hat mir Timing, Ruhe und die Fähigkeit gegeben, auch in lebhaften Situationen aufmerksam zu bleiben und spontan zu reagieren.
Früher habe ich viel auf Schwarz-Weiß-Film fotografiert. Ein Film mit 36 Bildern war kostbar, und Entwicklung sowie Digitalisierung benötigten Zeit. Das hat mich gelehrt, bewusst zu fotografieren und den Auslöser nicht beiläufig zu drücken. Nicht die Anzahl der Bilder macht ein gutes Foto aus, sondern Aufmerksamkeit, Timing und die richtige Entscheidung im richtigen Moment. Diese Haltung prägt meine Arbeit bis heute – oft auch dann, wenn ich bewusst im manuellen Modus fotografiere.
Die Jagd und die Zeit draußen in der Natur sind für mich ein wichtiger Ausgleich. Sie geben mir Ruhe, Erdung und einen anderen Blick auf meine Umgebung. Dort geht es um Geduld, Stille und darum, genau hinzusehen – Eigenschaften, die auch meine fotografische Arbeit prägen.
An eurem Hochzeitstag bin ich aufmerksam im Hintergrund und präsent, wenn es darauf ankommt. Ich beobachte, was zwischen euch und euren Menschen geschieht: den Blick vor der Trauung, eine unerwartete Umarmung, das Lachen während der Reden oder die kleinen Gesten, die sonst leicht übersehen werden. Diese Momente halte ich dokumentarisch fest – ehrlich, unaufdringlich und ohne euren Tag zu unterbrechen.
Bei euren Paaraufnahmen übernehme ich bewusst die Führung. Ihr müsst weder wissen, wie ihr stehen sollt, noch dauerhaft in die Kamera schauen. Ich leite euch ruhig und klar an, gebe euch Raum füreinander und achte auf Licht, Umgebung und den richtigen Moment. So entstehen natürliche Bilder mit Nähe, Atmosphäre und Charakter – Bilder, in denen ihr euch wiedererkennt.
Ohne große Inszenierung. Mit einem aufmerksamen Blick für eure Geschichte und für die Momente, die bleiben.